Design und Dekor bunte stühle ikea

Es gehört zu den Erfolgen der Marketingabteilung Ikeas, dass man auf dem Müll viele alte Bekannte wiedererkennt. Lacktische mit angeknacksten Beinen, Schaukelstühle aus geflochtenen Bananenblättern und Billy-CD-Regale gehören zum gewohnten Anblick von Dingen, die keiner mehr will. Da überrascht die Ankündigung der Neuen Sammlung, dass sie jetzt dem schwedischen Einrichtungshaus mit “Democratic Design – IKEA” eine große Ausstellung widmet. Was macht Ikea im Museum, noch dazu in der größten Designsammlung der Welt? Sind das etwa alles Designklassiker in spe, die da entsorgt werden?

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Wohl kaum. Dennoch ist Florian Hufnagl, Chef der Neuen Sammlung in der Münchner Pinakothek der Moderne, um Erklärungen nicht verlegen. Schließlich hat er bereits Ende der Achtziger damit begonnen, ausgewählte Stücke in die Sammlung aufzunehmen: “Ikea gehört zu jenen Unternehmen, die Design in das Leben hineingetragen haben. Dabei ist nicht alles, was Ikea gemacht hat, eine Erfindung, sie haben sich auch vieles angeeignet, was es schon gegeben hat.” Er sieht zum Beispiel Parallelen zwischen dem Vertriebsmodell des Pioniers der industriellen Möbelherstellung, Thonet, und dem schwedischen Unternehmen: “Ikea hat die Produktwelt so nachhaltig verändert, wie es die Firma Thonet zuletzt im 19. Jahrhundert mit ihren Bugholzstühlen gemacht hat: Michael Thonet hat in einer Kiste mit einem Kubikmeter 36 zerlegte Stühle inklusive der Schrauben verpackt und in die ganze Welt geschickt. Montiert wurden sie vor Ort. So hat Thonet damals Verbreitung gefunden.” Hufnagl spricht vom legendären Kaffeehausstuhl Nr. 14, dem ersten industriell hergestellten Stuhl, der durch seinen attraktiven Preis zum Massenprodukt wurde und aus dem kleinen Betrieb einen Global Player machte.

Knapp 100 Jahre später, 1956, hat Ikea-Gründer Ingvar Kamprad sein erstes flach verpacktes Möbel im Katalog aufgenommen, den Tisch Lövet. Damit begann die Produktion eigener Entwürfe, die die Selbstmontage durch den Kunden erfordern und sich mit ihrer volumensparenden Verpackung preiswert lagern und transportieren lassen. Seither hat das Einrichtungshaus aus dem südschwedischen Älmhult, dessen Anfänge im Vertrieb von Nylonstrümpfen und Schreibwaren lagen, auf beispiellose Weise die Welt erobert, mit Filialen rund um den Globus, von Moskau über Dubai bis Shanghai und Nordamerika. Mit der Kombination aus Musterinterieurs, Markthalle und Hochregallager, flankiert von Restaurant, Kinderparadies und dem Kundenclub Ikea Family, haben die Schweden Maßstäbe in der Möbelbranche gesetzt. Und nicht nur dort. Wenn H&M neuerdings eine eigene Home-Kollektion mit Wohntextilien anbietet, um zu zeigen, “dass es weder kompliziert noch teuer sein muss, sein Zuhause zu verändern”, dann hat Ikea das schon längst vorgemacht.

Gute Gestaltung durch hohe Auflagen erschwinglich zu machen, so lautet bis heute das Versprechen von Ikea, das Hufnagl zurückverfolgt zu den Aufsätzen der schwedischen Reformpädagogin Ellen Key mit den programmatischen Titeln “Schönheit im Heim” (1897) und “Schönheit für alle” (1899) – Forderungen, die später auch der Deutsche Werkbund und das Bauhaus stellten. Seit Mitte der Neunziger heißt das bei Ikea “demokratisches Design”. Ingvar Kamprad postulierte aber bereits 1975 in seinem “Testament eines Möbelhändlers”: “Wir haben keinen Respekt vor einer Lösung, bevor wir wissen, was sie kostet. Einen Schreibtisch zu konstruieren, der 3000 Mark kosten darf, kann jeder beliebige Architekt. Aber um einen funktionellen und formschönen Schreibtisch zu entwerfen, der nur 200 Mark kosten darf, muss man schon ganz schön gewitzt sein.”

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Design: Ikea-Möbel sind nun museumsreif – WELT | bunte stühle ikea

Findig waren die Schweden in der Tat: Um Entwicklungskosten zu sparen, haben sie in der Vergangenheit oft auf bestehendes Produktions-Knowhow gesetzt. Den Stuhl Ögla – schwedisch Schlaufe – den Ikea-Designer Gillis Lundgren 1964 entworfen hat und der auf einen Thonet-Bugholzstuhl zurückgeht, ließ Ikea damals jenseits des Eisernen Vorhangs im polnischen Radomsko produzieren, von keinem anderen als dem Bugholzhersteller Fameg, jenem Hersteller, der ursprünglich von den Thonet-Brüdern gegründet worden war und noch über die entsprechenden Biegeformen verfügte.

Aber Ikea ist nicht in jeder Hinsicht der Musterschüler, den das Unternehmen gerne gibt. Auch beim Entwurfsprozess wurde schon gespart. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Gratwanderung zwischen Inspiration und Ideenklau der Designabteilung in Älmhult nicht immer gelingt. Viele der skandinavisch anmutenden Produkte erinnern nicht von ungefähr an Klassiker der finnischen Hersteller Artek, Iittala und Marimekko, andere wiederum an zeitgenössische Entwürfe der deutschen Designfirmen e15 oder Bulthaup. Große Aufregung gab es in der Designbranche um den Prozess, den der mittelständische Autoren-Designer Nils Holger Moormann 2001 gegen den schwedischen Möbelriesen führte. Mit Erfolg: Ikea musste den Tischbock Sture, der dem Moormann-Entwurf Taurus nachempfunden war, aus dem Sortiment nehmen. Die Unternehmen, die viel Geld in Werkzeugbau und Materialstudien und schließlich in die Kommunikation stecken, um neuartige Entwürfe zu vermitteln, fühlen sich zu Recht betrogen. Aufwendig entwickelte Produkte, noch dazu mit hochwertigen Materialien und Verarbeitung, haben ihren Preis nicht von ungefähr.

Es gibt sie allerdings auch, die eigenständigen, richtungsweisenden Entwürfe bei Ikea – die Designklassiker. Von Beginn an hat sich Ikea etwa darum bemüht, Kindermöbel zu entwickeln, die keine Miniaturen von Erwachsenenmöbeln sind. Die Mammutserie mit ihrer comichaften Formgebung von Allan Östgaard und Morten Kjelstrup (1993) darf als beispielhaft gelten in der heute weitestgehend einfallslosen Kindermöbelindustrie. Auch mit der Geschirrserie 365+, die sich durch ihre universalen Formen mühelos erweitern und kombinieren lässt, hat Ikea einen Standard gesetzt. Das Aushängeschild ist allerdings die PS-Kollektion, mit der Ikea seit 1995 das eigene Designprofil schärft und selbst in Designkreisen für Furore sorgt. Alle paar Jahre beauftragt Ikea namhafte Größen wie Hella Jongerius und James Irvine, oder auch Newcomer wie die schwedische Girl-Group Front, experimentelle Produktideen zu entwickeln. Zu den viel beachteten Entwürfen zählen etwa der Kufenstuhl PS Ellan (2006) von Chris Martin, der aus einer Mischung aus Sägewerksabfällen und recyceltem Kunststoff spritzgegossen wird und sich ohne Werkzeuge zusammenstecken lässt, oder die formschöne, stapelbare Gießkanne PS Vallö (2001) von Monika Mulder.

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Die bauchige Vase PS Jonsberg (2006) von Hella Jongerius kostet mit 25 Euro einen Bruchteil dessen, was ihre Entwürfe für Nymphenburg oder Koninklijke Tichelaar Makkum erzielen und ist in der Frankfurter Filiale fast immer ausverkauft. Nichtsdestotrotz bewertet der Produktdesigner Johannes Fuchs die Kollektion als “einen Nebenschauplatz”: “Bemerkenswert ist viel eher, mit welcher Geschwindigkeit Ikea maßgebliche Einrichtungstrends im eigenen Sortiment umsetzt.”

Dazu zählen die frei stehenden Küchenelemente, für die Bulthaup in den Neunzigern Wegbereiter war, oder die Innenausstattung für begehbare Kleiderschränke, die italienische Premiumhersteller wie Poliform entwickelt haben. Früher war ein Schrankraum mit seinen Krawattenhaltern und separaten Auszügen für gefaltete Hemden der Luxus schlechthin. Heute gibt es das alles bei Ikea, Stichwort Komplement.

Ob man es gutheißt oder nicht, hierin liegt das eigentliche Verdienst Ikeas. Der schwedische Konzern hat Design massentauglich gemacht. Unter Berücksichtigung kleinerer Budgets, aber auch kleinerer Grundrisse. Zur Eröffnung des ersten deutschen Einrichtungshauses 1974 in Eching bei München warb das Unternehmen noch mit dem Slogan “Das unmögliche Möbelhaus aus Schweden” und sprach mit seinen unprätentiösen Möbeln aus unbehandelter Kiefer eine junge Generation an, die das dunkle Eichenfurnier und den Plüsch der Nachkriegsbürgerlichkeit über hatte. Heute zählen Hochglanzfronten und Lederbezüge ebenso selbstverständlich zum Sortiment wie ausgeklügelte Aufbewahrungssysteme, und Ikea längst zum Establishment.

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Kein anderes Unternehmen hat den gesellschaftlichen Entwicklungen dabei so entsprochen. Von der Studenten-WG bis zur Patchwork-Familie – der Einrichtungskonzern hat bis jetzt für jeden Lebensentwurf die passende Ausstattung parat gehalten. Und ist damit zur Einkaufsadresse für alle Generationen und Käuferschichten avanciert. Die einstige Unverwechselbarkeit allerdings, die ist dahin. Wenn man früher zu Ikea fuhr, wusste man, was einen erwartet: helles Holz, sandfarbene Baumwollbezüge, Vorhangstoffe mit frischen Streifen – alles vernünftig und reell. Von dem “blonden” Ikea-Stil ist nichts geblieben, heute traut man dem Einrichtungshaus alles zu.

“Democratic Design – IKEA”, eine Ausstellung der Neuen Sammlung in Kooperation mit Ikea, Pinakothek der Moderne, München, 3. April bis 12. Juli 2009, www.die-neue-sammlung.de

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